Kreiswahlprogramm

CDU Segeberg Programm zur Kommunalwahl

Anpacken für unsere Heimat von morgen

Was uns stark macht

Rahmenbedingungen für die Kreispolitik der nächsten Jahre

 Für die neue Wahlperiode setzen wir folgende Ziele:
1. Neue digitale Lebenswelt
2. Mobilität
3. Bildung und Arbeit
4. Jugend, Familie, Soziales
5. Gesundheit und Pflege
6. Wirtschaft und Tourismus
7. Wohnen
8. Energie, Klima, Umweltschutz, Landwirtschaft
9. Leben in unseren Städten und Dörfern


Für die neue Wahlperiode setzen wir folgende Ziele:
1. Neue digitale Lebenswelt
Die Welt und damit auch der Kreis Segeberg werden immer digitaler. In den Haushalten der Bürgerinnen und Bürger, aber auch in den Unternehmen, gibt es immer mehr Endgeräte, die ohne Digitalisierung nicht funktionieren – über Tablet, Haushaltsgeräte, Heizungen, Maschinen hin zu ganzen Arbeitsplätzen. Zudem steigt die Vielfalt von digitalen Angeboten und der eigene Bedarf Daten zu senden.
Die Kommunen im Kreis Segeberg haben bereits durch den Zweckverband, durch Stadtwerke oder private Anbieter erheblich zum Breitbandausbau im Kreis beigetragen. Die Digitalisierung, insbesondere durch den Ausbau mit zukunftsorientierter Glasfasertechnologie, stärkt den ländlichen Raum. Um attraktiv und zukunftsfähig zu bleiben, ist eines der leistungsfähigsten Kommunikationsnetze Deutschlands für unseren Kreis Segeberg unser Ziel, sowohl für Unternehmen als auch für Bürgerinnen und Bürger. Hierfür muss der Ausbau von Glasfaserleitungen und leistungsstarken Drahtlosverbindungen (WLAN)
sowie Mobilfunknetzen weiter konsequent verfolgt werden. Weiße Flecken,  also dort, wo es keine ausreichende und leistungsstarke Versorgung gibt, darf es im Kreis Segeberg nicht mehr geben. Schnellere und dichtere Mobilfunk- sowie WLAN-Netze im öffentlichen Raum müssen ebenfalls in den kommenden Jahrengeschaffen werden.
Als CDU stehen wir ganz klar zum zukunftsorientierten Glasfaserausbau. Bestrebungen von bestimmten Unternehmen „Zwischentechnologien“ wie das Vectoring einzuführen, um damit Kupferkabel zu erhalten, lehnen wir ab.
Für einen erfolgreichen Ausbau der digitalen Infrastruktur setzen wir auf die folgenden drei Bereiche:
Glasfaserausbau
Glasfaser ist die Zukunftstechnologie und muss zu 100 Prozent die alten Kupferleitungen ersetzen. Jeder Haushalt und jedes Unternehmen muss bis 2025 Zugang zu einem Glasfaseranschluss mit mindestens 100 Mbit/s für down- und uploads haben. Um den Breitbandausbau in den kleinen Gemeinden des Kreises zu ermöglichen, wo kommerzielle Unternehmen aus wirtschaftlichen Gründen keine Glasfaser verlegen, wird der Kreis Segeberg in Zusammenarbeit mit dem Breitband-Zentrum und dem Wegezweckverband stärker unterstützen.
Mobilfunknetze
Wir wollen im Kreis Segeberg 2025 alle Regionen an ein mit der Zukunftstechnologie „5G“ ausgebautes Mobilfunknetz anschließen. Dazu bedarf es eines sehr engmaschigen Ausbaus der Funkzellen, den wir im Kreis vorantreiben wollen.
W-LAN-Netze
Parallel zum Mobilfunknetzausbau muss der Kreis Segeberg auch eine flächendeckende W-LAN-Versorgung einführen. Wie bereits in der jetzigen Wahlperiode durch unser Programm Kreis Segeberg 95.0 vorgeschlagen, sollen alle Kommunen im Kreis mit W-LAN-Hotspots versorgt werden, in die sich jeder kostenlos einloggen kann. Dazu sollen vor allem an öffentlichen Gebäuden WLAN-Hotspots aufgebaut werden.

Die digitale Welt muss auch in die Kreisverwaltung Einzug nehmen. Bereits zum Haushaltsjahr 2017 hat die Kreispolitik eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die die Digitalisierung der Kreisverwaltung vorantreiben soll. Dies werden wir als CDU konsequent weiter begleiten. Unser Ziel ist nicht nur die Schaffung der elektronischen Akte, sondern die Abwicklung jeglichen Kontakts zwischen Behörden des Kreises und der Unternehmen bzw. der Bürgerinnen und Bürger über ein Onlineportal. Dabei sind wir uns der Verantwortung bewusst, auch diejenigen mitzunehmen, die keinen Zugang zu den neuen Medien haben. Bei dem Thema Digitalisierung darf niemand zurückgelassen werden. Daher stehen wir als CDU ganz klar zu einem barrierefreien Zugang zu den digitalen und nicht digitalen Leistungen der Kreisverwaltung.
Als CDU Segeberg sehen wir die Chancen der Digitalisierung zum Beispiel im weiteren Ausbau der Telemedizin und der vernetzten Mobilität im Kreis Segeberg, um somit den strukturschwächere ländliche Raum attraktiver zu machen und deutlich zu stärken. Durch die Digitalisierung schaffen wir erst die Grundlage, dass sich die neuen Technologien im Gesundheitsbereich oder in der Mobilität – wie das autonome oder vernetzte Fahren – durchsetzen und alltagstauglich werden. Auch das Arbeiten von zu Hause wird einfacher und trägt so zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf und damit zur Fachkräftesicherung bei. Unterstützende Assistenzsysteme z.B. im häuslichen Umfeld sorgen nicht nur für Behaglichkeit, Wärme oder Sicherheit, sondern ermöglichen, dass auch Seniorinnen und Senioren oder leistungsschwächere Menschen ihr gewohntes Lebensumfeld nicht verlassen müssen.
Wir dürfen aber auch neben den Herausforderungen der Digitalisierung nicht den richtigen Umgang damit aus dem Auge verlieren. Schulen müssen mit neuen Medien ausgestattet werden, und unsere Kinder sollen früh lernen mit diesen sinnvoll zu arbeiten, aber auch kritisch umzugehen. Es bedarf einer abgestimmten Schulung von Lehrkräften und Schülern durch Umsetzung eines Moduls „Medienkompetenz“ im Lehrplan. Wir haben auch die Verantwortung für Menschen mit Beeinträchtigungen, die keinen Zugang zu den neuen Technologien bekommen. Diese Menschen müssen begleitet werden, da sie ansonsten abgehängt werden, das dürfen wir nicht zulassen. Die Digitalisierung schafft für jeden Bürger Freiheit, fordert aber auch mehr Eigenverantwortlichkeit jedes einzelnen und stellt uns vor die Verantwortung, solidarisch mit denen umzugehen, die keinen Zugang haben. Mit diesen Tugenden Freiheit, Eigenverantwortlichkeit und Solidarität ist das Thema Digitalisierung gerade bei der CDU gut aufgehoben.

2. Mobilität
Mobilität ist die zentrale Grundlage für individuelle Freiheit und gesellschaftlichen Wohlstand, für wirtschaftliches Wachstum und für Arbeitsplätze in unserem Kreis. Ein leistungsfähiges Verkehrsnetz und eine gute Vernetzung der verschiedenen Verkehrsträger sind wesentlich für die Lebensqualität in Städten und im ländlichen Raum. Deshalb müssen vorhandene Straßen funktionsfähig unterhalten, neue Verkehrswege auf Straße und Schiene ausgebaut und der sinnvolle Wechsel der Verkehrsmittel ermöglicht werden. Zur Realisierung einer emissionsarmen und klimaneutralen Mobilität wird die Elektro-Mobilität (E-Mobilität) eine Technologie der Zukunft sein. Daher fördern wir eine für den gesamten Kreis flächendeckende E-Tanksäulen-Infrastruktur.
Wir wollen, dass unsere Städte und Gemeinden – und insbesondere unsere Innenstädte und Gemeindezentren – für alle Verkehrsmittel erreichbar bleiben. Entsprechende intelligente Systeme der Verkehrslenkung sollen einen Verkehrskollaps vermeiden. Spezielle Umweltzonen in den großen Städten lehnen wir hingegen ab.
Für die CDU-Segeberg ist von zentraler Bedeutung, dass Mobilität über die Gemeindegrenzen hinaus gedacht und geplant wird. Mobilitätsräume müssen stärker in Regionen organisiert werden. Der demographische Wandel wird in den kommenden Jahren zu neuen Herausforderungen führen. Unser Ziel ist deshalb ein bezahlbares Mobilitätskonzept zu etablieren, das stärker auf teilräumliche Leistungen konzentriert ist, um die Lebensqualität in den Regionen zu erhalten. Dazu müssen kreisweit flexible Bedienformen entwickelt werden.
Die neuen digitalen Technologien bieten die Möglichkeit, verschiedenste Verkehrsträger miteinander zu vernetzen. Dies ist Basis für das neue „Mitnahmenetz Kreis Segeberg“; es ermöglicht aber auch ein Netz aus aufeinander abgestimmten Busverbindungen, Schienenverkehr, Radverleihsystemen und CarSharing-Angeboten sowie einen leichten Wechsel zwischen den Verkehrsmitteln über Gemeindegrenzen hinaus. Die CDU Segeberg setzt sich dafür ein, dass Mobilität über alle Fortbewegungsmittel hinweg geplant, gebucht und bezahlt werden kann.
Bereits heute müssen zukünftige Entwicklungen bei der Mobilitätsplanung berücksichtigt werden. Die Chancen, die etwa das autonome Fahren in einigen Jahren bieten kann, müssen schon heute bei den Planungen mitbedacht werden. Dies gilt nicht nur für die reine Verkehrsinfrastruktur, sondern auch für die Planungen der digitalen Anbindung. Der ÖPNV muss sich von einem Schülerbeförderungssystem zu einem flexiblen Nahversorgungssystem für alle Generationen entwickeln, das kreisweit existenzsichernde Infrastruktur, Nahversorgung, ärztliche Versorgung usw. ebenso bedient wie Kultur- und Freizeitangebote.
Das Fahrrad wird als Verkehrsmittel in Stadt und Land immer wichtiger. Die Fortbewegung auf dem Rad dient der persönlichen Gesundheit und schont den individuellen Geldbeutel. Auch aufgrund des technischen Fortschritts (E-Bikes) nutzen die Menschen es vermehrt im Alltag für Fahrten zur Arbeit, zur Schule und zum Einkaufen und in der Freizeit, um zu Sportstätten oder kulturellen Einrichtungen zu gelangen. Der Kreis bietet bereits hervorragende Voraussetzungen für den Fahrrad-Tourismus. Die CDU fördert diesen Trend und setzt sich für die Erweiterung und Modernisierung des kreisweiten Radwegenetzes ein. Dadurch kann auch eine Entlastung bei den Kosten für die Verkehrsinfrastruktur insgesamt erreicht werden. Die Fortschreibung des Radverkehrskonzeptes dient als Leitlinie für die Verbesserung der Sicherheit, den Lückenschluss, die Mängelbeseitigung und den Bau von touristischen und Schnellverbindungen, z.B. auf der Strecke Bad Bramstedt – Kaltenkirchen – Henstedt-Ulzburg – Norderstedt.
Aufgrund unserer Initiative wurde für den Kreis Segeberg ein ehrenamtlicher Radverkehrsbeauftragter berufen, der erfolgreich als Mittler zwischen Bürgern, Kommunen, Kreis, Land und Metropolregion für die Weiterentwicklung des kreisweiten Radverkehrs tätig ist. Außerdem hat der Kreis auf Betreiben der CDU einen Ingenieur für die Rad-Infrastruktur eingestellt, der überfällige und neu geplante Baumaßnahmen umsetzen soll und dabei auf die Verknüpfung des Radverkehrs mit Bus und Bahn achtet. Die CDU Kreistagsfraktion wird auch weiterhin den Neu- und Ausbau von Radwegen und den begleitenden Anlagen wie Abstell- oder Ladestationen für E-Bikes, Akkutauschstationen usw. fördern.
Insgesamt setzt sich die CDU für ein rücksichtsvolles Miteinander aller Verkehrsteilnehmer auf gut unterhaltenen und ausgebauten Verkehrsanlagen ein.

3. Bildung und Arbeit
Trotz der aktuell sehr guten konjunkturellen Lage Deutschlands stehen alle kommunalen Ebenen vor dem gleichen Problem, vor dem auch der Kreis Segeberg steht: Es bleiben immer noch zu viele junge Menschen ohne Chance auf einen zukunftsorientierten Ausbildungsplatz, weil sie den an ihre Vorbildung gestellten Ansprüchen nicht gerecht werden. Umgekehrt suchen die Unternehmen im Kreis teilweise händeringend nach geeigneten Bewerbern für ihre
Ausbildungsplatzangebote. Bildung und Ausbildung sind die entscheidenden Erfolgsbedingungen für die Integration all derer, die „neu“ in unserer Gesellschaft sind – Asylbewerber, Migranten, Einwanderer. Ebenso ist der Begriff des lebenslangen Lernens inzwischen von zentraler Bedeutung für beruflichen Erfolg, denn gerade hier gilt „Stillstand ist Rückschritt“.
Vor diesem Hintergrund räumt die CDU dem Bereich Bildung in ihrem Wahlprogramm höchste Priorität ein. Dabei versteht sie Bildung als keineswegs losgelöst von der Arbeitswelt, sondern vielmehr als deren integralen Bestandteil. Die strenge Trennung von allgemeiner und beruflicher Bildung ist aus Sicht der CDU nicht mehr zeitgemäß. Vielmehr muss es zu einer engen Kooperation zwischen allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen kommen. Nur so können jungen Menschen möglichst frühzeitig neben ihren individuellen Stärken auch die Karrieremöglichkeiten in einer sich beständig wandelnden Arbeitswelt aufgezeigt werden. Hierauf wird die CDU in Zusammenarbeit, z. B. mit der Kreishandwerkerschaft und der IHK, mittels entsprechender Programme hinwirken und die Schaffung eines Monitorings zur Qualitätsverbesserung für den Übergang „Schule -> Beruf“ anstoßen.
Im unmittelbaren Verantwortungsbereich des Kreises Segeberg als Schulträger liegen unsere drei Förder- und die beiden Berufsbildungszentren. Die entgegen den Prognosen steigenden Schülerzahlen im Förder- und Berufsbildungsbereich sind Ursache für dringend erforderliche Erweiterungsbauten. Die diesbezüglichen Forderungen der Schulen unterstützt die CDU uneingeschränkt; sie wird weiterhin die Entwicklung von schulindividuellen Entwicklungsplänen fordern, um haushälterisch verantwortungsvolles Handeln zu ermöglichen. Unser Ziel ist, eine qualitativ hochwertige Ausstattung der Berufsbildungs- und Förderzentren sicherzustellen.
Die unter maßgeblicher Mithilfe der CDU erfolgreich ins Leben gerufenen Jugendberufsagenturen werden von uns weiterhin in ihrer Entwicklung begleitet; dabei streben wir eine engere Verzahnung mit dem Bereich Jugendhilfe an. Der Mangel an ausgebildeten Kräften in den Bereichen Pflege und Erziehung, aber auch in handwerklichen und technischen Berufen ist nicht nur bei uns im Kreis Segeberg, sondern bundesweit ein großes Problem. Die CDU fördert jede Bestrebung, hier z. B. an den Berufsbildungszentren oder anderen Trägern zusätzliche Ausbildungsangebote zu schaffen. Auf dem Weg in die Wissensgesellschaft soll niemand zurückbleiben; daher wird die CDU-Kreistagsfraktion sich dafür einsetzen, die Bildungsplanung zu verstärken. Die reicht von der frühzeitigen Förderung Bildungsferner oder sozial Benachteiligter bei Einstieg in die Kindertagesbetreuung, über ein Entwicklungskonzept Bildung für jugendliche Migranten bis zu dem Aufbau eines Bildungsportals für alle Altersgruppen. Weiterhin unterstützen wir „Ausbildungs-“ und „Berufsorientierungsmessen“, die kreisweit angeboten werden sollen.

4. Jugend, Familie, Soziales
Wir möchten, dass viele junge Menschen im Kreisgebiet wohnen bleiben oder zu uns in den Kreis ziehen. Wir ermutigen die jungen Paare, Familien zu gründen. Allen Eltern soll es möglich sein, die Anforderungen aus Beruf und Familie zu meistern. Ohne Kinder gibt es langfristig keine Zukunft. Daher ist ein weiterer Ausbau einer umfassenden und flexiblen Kindertagesbetreuung zur fortlaufenden Unterstützung familiärer Lebens- und Arbeitsverhältnisse unabdingbar. Die CDU Kreistagsfraktion hat mit dem Haushalt 2017 hierfür ein entsprechendes Investitionspaket zur Schaffung von 1.000 zusätzlichen Plätzen in der Kindertagesbetreuung sowohl im Krippen- als auch im Elementarbereich auf den Weg gebracht. Neben den Investitionen legen wir unser Augenmerk auch auf eine gute Qualität in der Aus-, Fort- und Weiterbildung der pädagogischen Kräfte in der Kindertagesbetreuung. Dies gilt auch für die Förderung einer professionalisierten Tagespflege („Tagesmütter“) mit Qualitätsstandards, deren finanzielle Förderung erheblich ausgeweitet worden ist.
Mit dem Kreisjugendring und dem VJKA (Verein für Jugend- und Kulturarbeit) verfügen wir über zwei hervorragende Einrichtungen in der Kinder-, Jugend- und Bildungsarbeit. Wir werden auch weiterhin die zahlreichen Projekte und Angebote der „Partizipation“ von Kinder- und Jugendlichen, wie z.B. „Stadt der Kinder“ oder auch die Aktion „Jugend im Kreistag“, befürworten und fördern. Die Lebenschancen eines jeden Menschen werden frühzeitig durch das Familienleben beeinflusst. Wir werden nicht nachlassen, in Problemfällen Einzelne oder Familien einzusetzen, die aus eigener Kraft ihre Probleme nicht lösen können. Um näher am Hilfebedürftigen arbeiten zu können, hat sich die CDU bereits frühzeitig für die Schaffung von dezentralen Beratungszentren in „Sozialräumen“ ausgesprochen. Für die künftige Weiterentwicklung wünschen wir uns einen ganzheitlichen, integrierten Hilfeansatz, der alle Fachplanungen wie u.a. Jugendhilfe-, Bildungs-, Gesundheits-, Migrations-, Pflege-, Eingliederungsplanung berücksichtigt. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir unsere Sozialarbeit so ausrichten, dass diese über die herkömmlichen Lebenshilfen hinausgeht und alle Ressourcen des persönlichen Umfeldes einbindet. In einigen Bereichen haben sich bereits ehrenamtliche „Helferinnen und Helfer“ etabliert. Dieses soll durch aktives Anwerben und Qualifizieren flächendeckend im Kreis ausgebaut werden. Aber auch das Ehrenamt wird in bestimmten Fällen an persönliche Grenzen stoßen und professionelle Unterstützung benötigen. Diese schnelle Vorort-Hilfe kann in Form von Gemeindebetreuerinnen und Gemeindebetreuern in Zusammenarbeit mit den Kommunen, gewährleistet werden.
Um diesen Weg auch konsequent umzusetzen wären die regionalen Kuratorien des Beratungswesens zu Sozialraumkonferenzen auszubauen. Hier sollten die Bürgermeister, die Träger der Jugendhilfe, Leiter der Pflegestützpunkte und andere wichtige Repräsentanten des Sozialraumes sich regelmäßig mit den sozialen Fachdiensten und dem Jugendamt des Kreises austauschen. Bei diesem integrativen Ansatz muss die ärztliche Versorgung begleitend zur Seite stehen. Nur mit Hilfe der Gesundheitsversorger können wir dem Anspruch von ambulanter Betreuung vor stationärer Betreuung und selbstbestimmtem Leben und Wohnen im häuslichen Umfeld gerecht werden.
Idee und Umsetzung der Inklusion gehen einher mit der Notwendigkeit der Öffnung eines Sozialraums für die Belange beeinträchtigter Menschen. Barrieren und Zugangsvoraussetzungen müssen abgebaut werden; wir alle stehen vor der Aufgabe, Menschen mit Beeinträchtigungen „anzunehmen“ und die Verantwortung nicht nur an Einrichtungen und Dienste der Behindertenhilfe abzugeben. Inklusion ist somit ein Thema, das uns alle angeht. Die Wünsche bezüglich des Wohnens und Lebens von Menschen mit Beeinträchtigungen unterscheiden sich nicht wesentlich von denen anderer Menschen. Das heißt, es müssen Hilfen aufgebaut werden, die es ermöglichen, dass die Unterstützung dort erbracht wird, wo Menschen mit Beeinträchtigungen leben, arbeiten und ihre Freizeit verbringen. Wir unterstützen den Ansatz, diese Leistungen künftig nicht mehr nur durch spezielle Dienstleistungen der Behindertenhilfe zu übertragen, sondern gleichermaßen alle Partner des Sozialraumes mit einzubinden. Wir möchten, dass nicht nur Menschen mit Behinderung, sondern auch unsere Seniorinnen und Senioren und Pflegebedürftige ohne Ausgrenzungen und Einschränkungen im gewohnten Umfeld leben können. Die CDU Kreistagsfraktion macht sich für einen generationenübergreifenden Sozialraum im Kreis Segeberg für alle Menschen gleichermaßen stark.
Wir werden in unserem Zuständigkeitsbereich darauf Einfluss nehmen, dass in öffentlichen Gebäuden, m Bereich des ÖPNV usw. ein direkter barrierefreier Zugang mit einer entsprechenden Orientierung möglich ist. Auch hier gilt es, weitere Hilfestellungen zu geben und gesellschaftliche Barrieren abzubauen. Viele unserer Seniorinnen und Senioren fühlen sich „fitter“ denn je – hierfür sollten neue Freizeitprogramme geschaffen werden, u.a. auch präventive Konzepte aus den Bereichen Sport, Bewegung und Gesundheit. Alle diese Angebote sollten auf einem kreisweiten „Gesundheitsportal“ zusammengefasst und barrierearm präsentiert werden.

5. Gesundheit und Pflege
Mit der zunehmenden Alterung der Gesellschaft kommt den Themen Gesundheit und Pflege ein besonderer Stellenwert zu. Die Zahl der älteren und insbesondere der hochbetagten über 80-jährigen Menschen wird bis 2030 um mehr als 50 % zunehmen. Dadurch wird die Zahl der Menschen mit Pflegebedarf und die Zahl derer mit Demenzerkrankung weiter anwachsen. Diese Entwicklung zieht einen erhöhten Bedarf an Pflegekräften für den Kreis Segeberg nach sich. Bereits heute gibt es einen Fachkräftemangel im Pflegebereich, dem entgegengesteuert werden muss. Ein besonderes Augenmerk wollen wir darauf richten, dass die Zahl der Tagespflegeplätze in Zukunft deutlich erhöht wird. Viele pflegende Angehörige wünschen sich diese Angebote zur Entlastung der häuslichen Pflege. Mit einer Ausweitung dieser Einrichtungen kann erleichtert werden, dass viele Pflegebedürftige in ihrem häuslichen Umfeld bleiben können. Pflegende Angehörige sollen durch ein flächendeckendes Angebot an Qualifizierung und Beistand gestärkt werden.
Die CDU will dafür Sorge tragen, dass sowohl Pflegeplätze als auch genügend Pflegekräfte zur Verfügung stehen. Im Kreis Segeberg gibt es bereits eine große Anzahl an Alten- und Pflegezentren. Hier ist es uns besonders wichtig, für eine gute Qualität der Einrichtungen zu sorgen. Wir wollen, dass die im Kreis betriebenen Einrichtungen regelmäßig überprüft werden, damit sichergestellt ist, dass die Bewohnerinnen und Bewohner gut versorgt sind und sich Angehörige beruhigt fühlen. Die CDU unterstützt und fördert jede Bestrebung, zusätzliche Ausbildungsangebote zu schaffen, z. B. eine weitere Pflegeschule einzurichten,neue Angebotsformen an unseren Berufsbildungszentren oder durch eine neu zu
errichtende Zweigstelle einer Fachhochschule anzubieten. Für eine Fachkräftegewinnung unter zugewanderten Menschen bei einer entsprechenden Förderung sollte mit Nachdruck nachgedacht werden. Weiterhin sorgen wir uns um die abnehmende Zahl an Hausärzten. Dies nicht nur im Hinblick auf die älter werdende Bevölkerung, sondern auch wegen junger Familien, die kurze Wege zu ärztlichen Leistungen benötigen. Altersbedingt wird eine hohe Zahl an Ärzten eine Nachfolge suchen. Aufgrund der mangelnden Zahl an potentiellen Nachfolgern wird es äußerst schwierig, die Versorgung auf derzeitigem Niveau aufrecht zu halten. Dies betrifft insbesondere die ländlichen Gebiete unseres Kreises. Um dem Rückgang an Hausarztpraxen entgegen zu wirken, gilt es auch von Seiten des Kreises Segeberg tätig zu werden. Es zeigt sich, dass junge Ärzte neue Formen der Berufsausübung abseits des bisherigen Prinzips der selbstständigen Niederlassung wünschen, um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können. Wir setzen uns daher dafür ein, dass der Kreis Segeberg in Zusammenarbeit mit den Kommunen in diesem Bereich neue Versorgungsformen etabliert, wie Medizinische Versorgungszentren, Rollende Arztpraxen, Praxisnetze usw., um Modelle – wie den Arzt in Anstellung – für interessierte Hausärzte anbieten zu können. Vorrangig ist eine Sicherstellung der Versorgung in der Fläche vor dem Hintergrund des akuten hausärztlichen Mangels im ländlichen Raum.
Dazu müssen wir den Dialog mit der Kassenärztlichen Vereinigung suchen. Ziel muss es sein, den Ärzten möglichst attraktive Angebote zu einer Niederlassung zu machen. Zudem werden wir uns bei allen zuständigen Stellen dafür einsetzen, dass eine Nachbesetzung bei den Facharztpraxen zeitnah erfolgt, um das bisherige Versorgungsniveau sicherzustellen.

6. Wirtschaft und Tourismus
Der Standort Kreis Segeberg ist fest in der Metropolregion Hamburg verankert. Er profitiert von dieser Nähe und seiner zentralen Lage in Europa. Die Wirtschaft im Kreis ist mittelständisch geprägt. Der Dienstleistungssektor wächst stetig und schafft Arbeitsplätze. Seit Jahren wird im Umkreis von Hamburg eine vorausschauende Gewerbeflächenpolitik betrieben, die für einen guten Flächenvorrat gesorgt hat. Diese an der A7 gelegene Gewerbeflächenentwicklungsplanung muss auch für die Flächen an der A 21 und der zukünftigen A 20 durchgeführt werden. Standortfaktoren bestimmen die Attraktivität von Städten oder Regionen für Unternehmen. Die Qualität eines Standortes beeinflusst sowohl die Standortwahl bereits angesiedelter als auch ansiedlungswilliger Unternehmen. Die Verbesserung dieser Standortqualität ist daher ein Mittel zur Sicherung des Verbleibs bereits angesiedelter Unternehmen („Bestandspflege“) und auch zur Anwerbung neuer Unternehmen. Zu den zentralen Standortfaktoren gehören neben der Flächenverfügbarkeit ein gutes Verkehrsnetz, schnelle Datenverbindungen, Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte, Kontakte zu Forschungseinrichtungen und Hochschulen, aber auch eine Verwaltungsflexibilität und -schnelligkeit und eine Unternehmensfreundlichkeit der kommunalen Verwaltung. Im Bereich der Verkehrsanbindungen haben der Aus- und Weiterbau der A-20, außerhalb der Kreisgrenzen der A-21, aber auch die weitere Abarbeitung des Landes- und Kreisstraßensanierungsprogramms hohe Priorität. Im Bereich der Schiene muss die Elektrifizierung der AKN auf der Strecke Kaltenkirchen – Eidelstedt zügig umgesetzt werden, damit eine direkte Verbindung zum Hamburger Hauptbahnhof erfolgen kann. Aber nicht nur für Unternehmer sind harte Standortfaktoren wichtig, vor allem die sog. weichen sagen viel über die Lebensqualität der Menschen aus. Die CDU Kreistagsfraktion setzt sich dafür ein, diese Potentiale durch einen Markenbildungsprozess für einen innovativen und dynamischen „Wirtschaftsstandort Kreis Segeberg“ deutlich sichtbar zu machen. Die Arbeitslosenquote im Kreis Segeberg liegt in einem vergleichsweise niedrigen Bereich. Hinzu kommt der Fachkräfteengpass, der bereits heute spürbar ist und sich weiter verstärken wird. So konnten z.B. im Pflegebereich, im Bereich Erziehung und Lernen, aber auch in technologieorientierten Berufen vorhandene Stellen nicht mehr oder nur zeitlich verzögert besetzt werden. Der Kreis Segeberg ist daher gefordert, gemeinsam mit den Kammern, Verbänden, Hochschulen, dem Jobcentern und Wirtschaftsförderern einen detaillierten Arbeitsrahmen mit regional abgestimmten Handlungsfeldern für eine Fachkräftesicherung zu erarbeiten.
Hierbei sind die Bemühungen zur Eingliederung von Migrantinnen und Migranten in den Arbeitsmarkt, sowie die Anerkennung von erworbenen Qualifikationen zu intensivieren. Weiterhin benötigen wir eine Qualifizierungsoffensive für Jugendliche ohne Schulabschluss, für Arbeitssuchende ohne oder einer für den Arbeitsmarkt ungenügenden Ausbildung. Dies gilt auch für Quereinsteiger oder Arbeitskräfte, die einen Wiedereinstieg ins Erwerbsleben suchen. Eine größere Erwerbsbeteiligung von Frauen und auch das Werben für eine Ansiedlung von jungen Familien erfordern eine Verbesserung der Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf. Dazu müssen die Angebote der Kinderbetreuung und der Tagespflege dem Bedarf angepasst und weiter ausgebaut werden.
Mit der Gründung der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft verfügt der Kreis Segeberg über eine Plattform, um mittels einer „Tourismusstrategie“ eine leistungsfähige Serviceeinrichtung zu schaffen. Sie hat die Aufgabe, die touristischen Angebote der kreisangehörigen Städte und Gemeinden sichtbar zu machen, zu bündeln und den Gästen attraktive Produkte und Dienstleistungen anzubieten. Hierbei gilt es auch, die Potentiale des Nord-Ost-Kreises mit den Schwerpunktthemen Wandern, Fahrradfahren und Kulturerleben zu präsentieren. Als ein mögliches Mittel empfiehlt die CDU-Kreistagsfraktion die Einführung einer „SE-Card“, mit deren Hilfe ein vergünstigter Besuch von touristischen, Bildungs- und Freizeitangeboten im Kreisgebiet möglich ist, wie z.B. Noctalis, Karl-MaySpiele, Wildpark Eekholt bzw. Trappenkamp oder auch die Freizeitbäder HolstenTherme und Arriba.

7. Wohnen
Individuelles und selbstbestimmtes Wohnen von der Jugend bis zum Alter
bedeutet ein hohes Maß an Lebensqualität. Die ausreichende Verfügbarkeit von
Wohnungen ist dabei der Schlüssel, um auch die Bezahlbarkeit dauerhaft
sicherzustellen. Deshalb bedarf es neuer Konzepte und innovativer Modelle.
Die CDU-Segeberg steht daher für eine zukunftsorientierte Wohnbaupolitik, die
sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert. Für die CDU Segeberg ist
wichtig, dass Kommunen wieder eine aktive Bodenpolitik betreiben, indem sie
gezielt Grundstücke erwerben und aktiv Bauland entwickeln. Das verschafft jeder
Kommune Gestaltungsspielraum, um Stadt- und Wohnraum-Entwicklung zu
fördern. Wir wollen verfügbare Flächen für den Wohnungsbau besser nutzen. Das
Kreiswahlprogramm 2018 – 2023 des CDU-Kreisverbandes Segeberg Seite 12
Recycling von Brachflächen im Innenbereich und die Nachverdichtung können
hierzu einen Beitrag leisten. Wohnraumplanung darf allerdings in der heutigen Zeit
nicht an Gemeindegrenzen enden. Deshalb wollen wir die Planungen im
Kreisgebiet besser aufeinander abstimmen und dort Schwerpunkte setzen, wo der
Bedarf tatsächlich besteht. Für die Kreisentwicklungsplanung ist der Bereich
„Wohnen“ von besonderer Bedeutung. Daher wird die CDU-Kreistagsfraktion sich
dafür einsetzen, dieses Planungsinstrument wieder einzuführen. Darüber hinaus
setzt sich die CDU-Kreistagsfraktion für die Durchführung von
„Zukunftswerkstätten“ auf kommunaler Ebene ein, u.a. mit den
Themenschwerpunkten Demografischer Wandel, Mobilität, Versorgung und
Klimaschutz.
Veränderte Ansprüche an das Wohnen bedingen ein Umdenken im Wohnungsbau.
Während in Stadtrandgebieten und im ländlichen Raum auch zukünftig klassische
Einfamilienhaus-Wohnformen bevorzugt werden, sind in Stadt und Land kleinere
Wohneinheiten für junge wie auch für ältere Menschen zu schaffen. So müssen die
Menschen ihr gewohntes Lebensumfeld nicht verlassen, um altersgerecht zu
wohnen. Modernes Bauen stellt sich auf diese Belange ein und beinhaltet dabei
auch die Schaffung von Barrierefreiheit. Komfortables Wohnen kann sowohl in
kleineren Wohneinheiten für Menschen mit geringem allgemeinem Pflegeaufwand
stattfinden, als auch in Mehrgenerationenhäusern oder betreutem Wohnen und
sollte auf eine zunehmende Altersarmut abgestimmt sein. Neue Formen des
Wohnungsbaus können einen Beitrag zur bedarfsgerechten Wohnraumversorgung
leisten. “Mitwachsende Häuser“, die an die jeweiligen Lebensumstände angepasst
werden können, sind ein guter Ansatz. Uns geht es darum, dass im Hinblick auf die
demografische Entwicklung und die immer älter werdende Gesellschaft
ausreichend barrierefreier Wohnraum geschaffen wird. Es bleibt vorrangige
Aufgabe privater Bauherren, neuen Wohnraum zu verwirklichen und alten zu
modernisieren. Wir werden uns dafür einsetzen, dass es in unseren Städten
genügend bezahlbaren Wohnraum gibt.
8. Energie, Klima, Umweltschutz, Landwirtschaft
Im Rahmen der Energiewende werden die herkömmlichen Großkraftwerke durch
dezentrale Energieversorgungssysteme aus regenerativen Energien abgelöst. Die
CDU im Kreis Segeberg unterstützt den weiteren Ausbau der erneuerbaren
Energiequellen und den Netzausbau. Wir setzen dabei auf einen Energie-Mix von
verschiedenen Energieträgern. Der Ausbau muss planvoll erfolgen und auch auf
andere wichtige Belange der Menschen Rücksicht nehmen, dies gilt sowohl für die
Ausweisung von Windeignungsflächen, als auch für die Trassenfindung im
Rahmen des Netzausbaus. Für eine regionale Vollversorgung wird dies allein nicht
reichen, es müssen auch Energieeinsparungen, Effizienzsteigerungen und
intelligente Stromnetze einbezogen werden. Wir setzen uns für eine nachhaltige,
sichere und bezahlbare Energiegewinnung und für die Verwirklichung des
anspruchsvollen Ziels ein, den Kreis zu einer 100% „Erneuerbaren-EnergieRegion“
zu entwickeln.
Der Schutz unseres Klimas und der natürlichen Lebensgrundlagen gehört zu den
Kreiswahlprogramm 2018 – 2023 des CDU-Kreisverbandes Segeberg Seite 13
größten politischen Herausforderungen der kommenden Jahre. Der Kreis
Segeberg hat in Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden ein
Klimaschutzprogramm erstellt, das in den nächsten Jahren umgesetzt wird. Damit
soll der CO²-Ausstoß messbar verringert werden, mit dem langfristigen Ziel, dass
die Versorgung mit Elektrizität und Wärme CO²-neutral erfolgt. Die CDU wird sich
dafür einsetzten, dass der Kreis Vorreiter bei eigenen Maßnahmen (z.B. im
Bereich Immobilien und Fahrzeuge) ist. Den Gemeinden und der Wirtschaft soll
der Kreis beratend zur Seite stehen. Bei der Umsetzung der energie- und
klimapolitischen Ziele setzt die CDU Kreistagsfraktion insbesondere auch auf
regionale Wertschöpfung. Dies stärkt den Standort für die unsere regionale
Wirtschaft und sichert und schafft neue Arbeitsplätze.
Der im Zentrum Holsteins gelegene Kreis Segeberg weist die landschaftlich größte
Vielfalt auf. Sie gilt es auch in Zukunft zu schützen und zu nutzen. Bei einer
Gesamtfläche des Kreises Segeberg von rund 1344 qkm wurden rund 24,6 qkm
als Naturschutzgebiete, rund 104,5 qkm als Landschaftsschutzgebiete und rund 79
qkm als europäische natura-2000-Gebiete ausgewiesen. Damit bestehen im Kreis
Segeberg große und wertvolle Rückzugsgebiete für unsere Tier- und Pflanzenwelt.
Diese wollen wir erhalten, weiterentwickeln und bei unserem engen Verkehrsnetz
durch geeignete Straßenquerungen verbinden. Ein besonderes Augenmerk gilt der
Neuwaldbildung. Wir setzen uns dafür ein, dass Gelder aus Eingriffs- und
Ersatzmaßnahmen der für eine Verbesserung der CO²-Bilanz genutzt werden.
Auch die Gewässerpflege wird weiterhin ein Schwerpunkt unserer Arbeit bleiben.
Die Renaturierung von Fließgewässern durch Uferrandstreifen, Beruhigung des
Wasserabflusses, Beseitigung von Barrieren und geeignete Uferbepflanzung wird
die ökologische Funktion der Gewässer weiter verbessern. Damit werden wir den
Zielen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie einen wesentlichen Schritt
näherkommen.
Die Abfallwirtschaft im Kreis Segeberg hat einen bundesweit vorbildlichen Stand
erreicht. Dies wurde in einer langfristigen Zusammenarbeit mit dem
Wegezweckverband der Gemeinden des Kreises Segeberg (WZV) und der Stadt
Norderstedt erreicht. Der WZV steht für eine positive und umweltgerechte
Abfallwirtschaft. Die Bürger und Bürgerinnen des Kreises sollen weiterhin eine
leistungsgerechte und vergleichsweise günstige Abfallgebühr entrichten.
Die Landwirtschaft ist ein besonderer Wirtschaftszweig, denn sie arbeitet in und mit
der Natur und den Mitgeschöpfen. Daraus erwächst eine hohe Verantwortung für
die Landwirtschaft selbst, wie auch für die Ernährungswirtschaft, den
Lebensmittelhandel, die Verbraucher und die Politik. Unser Leitbild ist eine an der
guten fachlichen Praxis orientierte bäuerliche Landwirtschaft, die hochwertige
Lebensmittel für eine gesunde Ernährung und wertvolle Rohstoffe erzeugt, die
nachhaltig wirtschaftet und Tier- und Umweltschutz achtet. Wir wollen keine
anonyme industrielle Agrarproduktion, sondern eine Landwirtschaft, die regional
verankert ist und von den Landwirten und ihren Familien vor Ort getragen wird. Für
uns ist wichtig, dass unsere Landwirtschaft gut mit den natürlichen
Lebensgrundlagen umgeht. Das gilt für die konventionellen wie für den
Ökolandbau gleichermaßen.
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9. Leben in unseren Städten und Dörfern
Das Gemeinschaftsleben in den Städten und Gemeinden ist in unserer
schnelllebigen und von vielen Veränderungen geprägten Zeit dazu geeignet, den
Menschen ein Heimatgefühl zu geben. Wir unterstützen unsere Organisationen wie
Feuerwehr, soziale Verbände, Sport- und andere Vereine in ihrer Arbeit.
Bürgerschaftliches Engagement sichert Teilhabe und Integration für die
Engagierten, aber auch für die, denen das Engagement gilt. Es bietet eine Antwort
auf den demografischen Wandel, da es neue Formen der gesellschaftlichen
Solidarität und des Miteinander fördert und zudem die Chance für ein aktives Alter
bietet. Es gilt, die Bereitschaft der Menschen zu ehrenamtlichem Engagement
stärker zu wecken. Mit der Aufnahme in die Bürgerrolle des Kreises Segeberg, die
auf Antrag der CDU vor einigen Jahren geschaffen wurde, werden in jedem Jahr
Einwohnerinnen und Einwohner geehrt, die sich in ehrenamtlicher Tätigkeit
besonders verdient gemacht haben.
Der überwiegende Teil der Menschen im Kreis Segeberg lebt im ländlichen Raum.
Hier hat sich in den letzten Jahren durch den Rückgang der Landwirtschaft und die
Abwanderung vieler kleiner Betriebe in die zentralen Orte ein Wandel vollzogen.
Es ist daher erforderlich, vielen Dörfern neben der Wohnfunktion auch wieder eine
ausreichende Wirtschafts- und Versorgungsfunktion zu eröffnen. Dafür ist es
wichtig, eine leistungsfähige Breitbandversorgung zu schaffen. Dorfläden mit Postund
Bankservice, Gastwirtschaften und modernes dorftypisches Gewerbe gehören
in unsere Dörfer. Die landwirtschaftlichen Betriebe müssen ebenfalls
Entwicklungsmöglichkeiten behalten.
Die Metropolregion Hamburg ist der Motor der wirtschaftlichen Entwicklung des
Kreises. Daher ist es für die CDU selbstverständlich, sich für eine
Weiterentwicklung und Zusammenarbeit in der Metropolregion einzusetzen.
Sport sollte unverzichtbarer Bestandteil des Lebens eines jeden Einzelnen sein.
Vor dem Hintergrund der sich wandelnden Schullandschaft (Ganztagsschule)
verzeichnen die Vereine jedoch eine geringer werdende Nachfrage nach
regelmäßigen Angeboten. Dafür gewinnen projektorientierte, damit aber auch
zeitlich befristete Programme an Attraktivität. Dies hat Auswirkungen auf die
längerfristige Planbarkeit der Auslastung von Infrastruktur- und
Mitarbeiterkapazitäten.
Die Sportförderung des Kreises ist in Zusammenarbeit mit dem Kreissportverband
(KSV) nach wie vor eine der besten im Land. Die CDU setzt sich dafür ein, dass
dieses Erfolgsmodell beibehalten und der KSV in die Lage versetzt wird, die
Vereine in ihrem Umgang mit der sich verändernden Nachfrage zu unterstützen.
Die CDU wirbt dafür, dass die den Kommunen und Kreisen von der
Landesregierung zusätzlich bereitgestellten Mittel für die Sanierung der teilweise in
beklagenswertem Zustand befindlichen Sportstätten eingesetzt werden.
An 116 Standorten stellen ca. 6.250 Feuerwehrfrauen und -männer den
Brandschutz und die technischen Hilfeleistungen in unserem Kreis sicher. Rasch
aufwachsende Einsatzzahlen durch ein „All-Inclusive-Anspruchsdenken“ in Teilen
Kreiswahlprogramm 2018 – 2023 des CDU-Kreisverbandes Segeberg Seite 15
der Bevölkerung, sowie die abnehmende Tagesverfügbarkeit während der
Arbeitszeiten stellen eine große Herausforderung dar. Darüber hinaus erleben wir
leider immer häufiger nicht tolerierbare, verbale sowie tätliche Angriffe gegen
Einsatzkräfte und eine immer weiter steigende Bürokratie in der Ausübung des
Ehrenamtes. Die CDU-Kreistagsfraktion unterstützt jegliche Maßnahmen, die
Einstellungs- und Freistellungsbedingungen in der Arbeitswelt für Mitglieder der
Feuerwehren zu fördern und setzt auf eine gezielte Nachwuchsförderung in
Kooperationen mit Schulen. Weiterhin wird die CDU-Kreistagsfraktion auch auf
übergeordneter Ebene darauf hinwirken, überbordende Vorschriften, wie z.B. aus
dem Vergaberecht zur Beschaffung von Feuerwehrfahrzeugen, abzubauen.
Es gibt ein vielfältiges Angebot an kulturellen Einrichtungen im Kreis. Hierzu gibt es
ein großes Angebot von privaten und öffentlichen Initiativen in den Bereichen
Theater, Musik und Kunst. Um diese Vielfalt auch sichtbar zu machen, wurden auf
Antrag der CDU-Kreistagsfraktion die SE-Kulturtage ins Leben gerufen. In
Zusammenarbeit mit unserem Partner, dem VJKA (Verein für Jugend- und
Kulturarbeit), konnte diese Veranstaltungsform innerhalb kurzer Zeit verstetigt und
neue Impulse, wie z.B. „Junge Kunst“ oder „Kultur an ungewöhnlichen Orten“,
gesetzt werden. Zur Förderung der Kulturarbeit hat die CDU daher entsprechend
der Förderrichtlinie Sport die Einführung einer Förderrichtlinie Kultur angestoßen.
Diese nun mit Leben zu füllen, wird ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit sein.
Um Kultur und Bildung enger miteinander zu verzahnen, streben wir eine
Vernetzung von im Kreis tätigen Künstlern mit den Schulen an. Diese kann
beispielsweise durch Workshops, Schulbesuche, gemeinsame Veranstaltungen
und Auftritte usw. erfolgen.
Die Arbeit der CDU im Kreistag in den vergangenen 5 Jahren
Die CDU-Kreistagsfraktion konnte in der auslaufenden Wahlperiode wichtige
Impulse für eine zukunftsfähige Entwicklung unseres Kreises setzen. Hierzu
beispielhaft nur einige wenige Schlaglichter:
o Die erfolgreiche Bewältigung der Herausforderungen durch einen
außergewöhnlichen Zustrom von Asylsuchenden mit Hilfe unserer Kommunen,
sowie eines großen ehrenamtlichen Engagements vor Ort. Nach der Aufnahme
und Unterbringung wird noch ein längerer Prozess der Integration folgen.
Volkshochschulen und Berufliche Schulen engagieren sich stark im Unterricht
von Deutsch als Zweitsprache (DaZ). Der Erwerb von Deutschkenntnissen ist
unabdingbare Grundlage zur Integration von Migrantinnen und Migranten in
unser Bildungs- und Gesellschaftssystem sowie dem Zugang in den
Arbeitsmarkt.
o Durch die Breitbandinitiative für den ländlichen Raum in Zusammenarbeit mit
dem WZV wurden rd. 16 Mio. € investiert, bzw. 270 km Leitungen verlegt.
Dadurch konnte erreicht werden, dass der Kreis Segeberg mit über 65% aller
Haushalte die höchste Anschlussquote bei der Breitbandversorgung in
Schleswig-Holstein ausweist.
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o Die beruflichen Schulen in Bad Segeberg und in Norderstedt sind mit einer
Investitionssumme von rd. 10 Mio. € im Laufe der Wahlperiode in Teilen
saniert und ausgebaut worden. So wurden neben der erforderlichen
Brandschutzsanierung und der Erweiterung von Klassenräumen am BBZ
Norderstedt mit dem Neu-, Aus- und Umbau in den Bereichen
„Überbetriebliche Ausbildung“, Sozialwirtschaft, Sanitär/Heizung/Klima sowie
der Landmaschinentechnik am BBZ Segeberg insbesondere die Duale
Berufsausbildung gestärkt.
o Mit finanzieller Unterstützung durch den Kreis konnte die Anzahl der Kinder in
Tagesbetreuung im Verlauf der Wahlperiode um rd. 10%, sprich 1.140 Plätze
gesteigert werden. Davon entfielen rd. 2/3 auf den Bereich der Kinder unter 3
Jahren, so dass dort die Versorgungsquote kreisweit auf 39% angestiegen ist.
Durch ein umfangreiches Investitionsprogramm soll diese bis Ende 2019 auf
ca. 50% angehoben werden.
o Parallel hierzu wurden durch die Erhöhung der Leistungsvergütung auch die
Rahmenbedingung in der Kindertagespflege verbessert.
o Die Investitionen zur Sanierung unserer Kreisstraßen sowie der dazugehörigen
Brückenbauwerke wurden erhöht.
o Wir haben uns erfolgreich für den Ausbau der Radinfrastruktur durch
Bereitstellung von Investitionsmitteln sowie der Aufstockung von personellen
Planungskapazitäten eingesetzt. Auch die Einführung eines ehrenamtlichen
Radverkehrsbeauftragten zur besseren Kommunikation mit unseren Ämtern
und Gemeinden konnte umgesetzt werden.
o Eine Förderung zum flächendeckenden Ausbau einer Elektro-LadeInfrastruktur
wurde auf den Weg gebracht.
o Der Neubau eines Frauenhauses im Kreis Segeberg wurde finanziell
unterstützt.
o Trotz zum Teil schwieriger Rahmenbedingungen konnten die Kreisschulden
um 40% bzw. um rd. 30 Mio. € reduziert werden.
o Eine Initiative der CDU-Kreistagsfraktion für eine Ausbildungsoffensive des
Kreises zur Sicherung des Fachkräftebedarfs von morgen sowie die
Umsetzung einer externen Organisationsunter-suchung zu
Optimierungsmöglichkeiten innerhalb der Kreisverwaltung wurden
angeschoben.
o Die „SE-Kulturtage“ zur Vernetzung der Kulturschaffenden sowie zur
Darstellung der kulturellen Vielfalt im Kreis Segeberg wurden eingeführt.
o Im Bereich des Sports konnte die Investitionsförderung für den Sportstättenbau
auf 480 T€ verdoppelt und die Beträge für die Übungsleiterpauschalen
erheblich angehoben werden.
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Unsere Position für Bereiche, in denen Kommunalpolitik nicht unmittelbar
zuständig ist
Viele Bereiche unseres täglichen Lebens sind der Kommunalpolitik entzogen,
obwohl sie uns vor Ort unmittelbar betreffen.
Unsere Sicherheit in den Städten und Gemeinden ist ein hohes Gut. Bei der
Kriminalitätsbekämpfung sind in den letzten Jahren unter einer CDU-geführten
Bundesregierung Verbesserungen erzielt worden. Hier darf aber auch in Zukunft
nicht nachgelassen werden. Unserer Polizei und Justiz sollen alle rechtsstaatlichen
Mittel zur Verbrechensbekämpfung in die Hand gegeben werden; die gesetzlichen
Möglichkeiten müssen genutzt werden.
Für die Entwicklung der Kinder sind die ersten Lebensjahre von entscheidender
Bedeutung. Daher müssen Familien als Lebensgemeinschaften insbesondere im
Hinblick auf die Erziehung der Kinder gestärkt werden. Frauen und Männer sollen
die Möglichkeit haben, die Aufteilung ihrer Aufgaben und die Verantwortlichkeit für
die Familie nach ihren Bedürfnissen frei zu regeln. Dazu bedarf es einer weiteren
Flexibilisierung unseres Arbeits- und Wirtschaftslebens, die es erlaubt,
Arbeitsdauer, Arbeitszeiten und Länge des Berufslebens möglichst individuell zu
gestalten. Dies ist auch wichtig gerade für die Verbesserung der Situation von
Alleinerziehenden. Die erfolgreichen Bestrebungen zur Gleichberechtigung von
Frauen und Männern am Arbeitsplatz – speziell im Lohnbereich – sind fortzusetzen,
weil eine tatsächliche Gleichberechtigung noch nicht überall umgesetzt ist.
Unsere Gemeinschaft muss den jungen Menschen Zukunftsperspektiven eröffnen.
Dazu gehört in erster Linie eine zukunftsorientierte Bildung. Nach den
grundlegenden Reformen der letzten Jahre braucht unser Schulwesen eine Phase
der Ruhe und Festigung. Es dient nicht der schulischen Arbeit, die Schulen in
kurzen Abständen mit immer neuen Vorschriften zu überziehen. Wir benötigen
weiterhin eine qualifizierte Berufs- oder Hochschulbildung mit ausreichenden
Plätzen und ein vielfältiges Angebot zur sinnvollen Freizeitgestaltung.
Eine wichtige Aufgabe ist es, die Gewaltbereitschaft in Teilen unserer Gesellschaft
gerade auch bei jungen Menschen abzubauen. Hierzu zählt insbesondere der
Bereich der sexualisierten Gewalt, dem leider nach wie vor zu wenig
Aufmerksamkeit geschenkt wird.
Die Landwirtschaft ist ein wichtiger Erwerbszweig. Sie prägt nach wie vor das
Leben im ländlichen Raum. Unsere Landwirte sind zum wirtschaftlichen Überleben
angewiesen auf auskömmliche Erlöse für ihre Erzeugnisse. Die Europäische Union
ist aufgefordert, für eine entsprechende Preispolitik Sorge zu tragen.
Die CDU im Kreis Segeberg tritt für eine lebendige Kommunalpolitik und eine
starke Kommunalverwaltung ein. Die Menschen in unseren Städten und
Gemeinden im Kreis Segeberg sollen hier ihre Heimat finden, in der sie sich
wohlfühlen und mit der sie sich identifizieren können. Kreis- und
Gemeindepolitik haben daher einen hohen Stellenwert. Entscheidungen über
Schulstandorte, das Verkehrsnetz, die Planung und Gestaltung der
Gemeinden und Städte haben für den Alltag der Menschen meist eine
größere unmittelbare Auswirkung als die Entscheidungen der „großen
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Politik”. Eine funktionierende kommunale Gemeinschaft aller Bürgerinnen
und Bürger in den Dörfern, Städten und Kreisen ist ein wichtiger
Grundpfeiler unserer Gesellschaft und des demokratischen Systems in
Deutschland.
Die CDU baut auf eine starke kommunale Ebene, in der
viele Menschen bereit sind, sich ehrenamtlich zu
engagieren.
Unterstützen Sie uns!
Programm des CDU-Kreisverbandes Segeberg zur Kreistagswahl am 06. Mai 2018
Beschluss des CDU-Kreisparteitages am 26.03.2018 in Kisdorf
CDU-Kreisverband Segeberg
Kontakt:
CDU-Kreisgeschäftsstelle
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